Saphiro's Blog

My Pascale Artikel November 2005

Yule - Das Fest des wiederkehrenden Lichts

Dieses Fest im Jahreskreis der Wicca wird auch Mittwinterfest oder Wintersonnenwende genannt. Die Wintersonnenwende fällt zumeist auf den 21. Dezember, sie kann sich jedoch auch schon einmal um ein paar Tage verschieben. Generell wird sie daher zwischen dem 20. und 23. Dezember festlich begangen - schauen Sie einfach auf Ihrem Kalender nach, wann wir offiziell „Winteranfang“ haben!



Yule - Zeit der Finsternis
Yule, liebe Leserinnen und Leser, wird zu den sogenannten „Hohen Festen“ im Jahreskreis der Wicca gezählt, da an diesem Sabbat des wiederkehrenden Lichts gedacht wird. Für die Menschen früherer Zeit war es nämlich durchaus nicht selbstverständlich, dass auf jeden Winter der Frühling folgte und auf die Dunkelheit das Licht. Yule repräsentiert somit die Zeit der tiefsten Finsternis, der längsten Nacht und des kürzesten Tages. Die Natur hat sich in sich selbst zurückgezogen und wartet auf Erneuerung. Auf den ersten Blick scheint in ihr kein Leben mehr zu sein, die Erde liegt wie tot unter einer stillen, weißen Decke. Doch der erste Blick trügt, denn es gibt auch jetzt noch Leben: Immergrüne Pflanzen und Bäume z.B., die deshalb auch eng mit der Symbolik dieses Festes verknüpft sind. Die Menschen glaubten früher, die Erde stehe still und hielte den Atem an, und dort – mitten in der Dunkelheit – geschähe die Wende: Die Göttin bringt ein Kind auf die Welt, das Sonnenkind. Nun werden die Nächte wieder merklich kürzer und die Tage heller, das Licht hat den Sieg über die Dunkel davongetragen.

Das christliche Weihnachtsfest
AdventsgesteckIn diesem Sinne ist es kein Wunder, dass auch der christliche Einfluss, unter dem seit dem 4. Jahrhundert jeweils am 25. Dezember das Weihnachtsfest als der Geburtstag Jesu begangen wird, dem Brauch des Yulefestes nichts anhaben konnte! Zwar wurde im Laufe der Christianisierung die ursprüngliche Symbolik von der Kirche adaptiert, Namen und Orte verändert – und so aus der Geburt des Sonnengottes durch die Große Göttin die Geburt Jesu durch die Jungfrau Maria! Dennoch ist das Yulefest bis heute in eigenständiger Form erhalten geblieben.



Auch der heute vielfach aufgestellte Tannenbaum ist ein übrig gebliebenes Symbol des „Ursprungsfestes“ Yule und geht auf alte, u.a. germanische Lichterbräuche zurück. Zwischen dem 15. und 16. Jahrhundert wurden erstmals im Elsaß sogenannte Maien, frische grüne Zweige, anlässlich der Weihnacht geschmückt. Im 18. Jahrhundert entwickelte sich eine Art Weihnachtsbaum, der dem heute gebräuchlichem gleicht. Doch der neue, nun christlich gewordene Lichterbaum hatte genau wie die alten Bräuche nur ein Ziel: die Menschen daran zu erinnern, dass die scheinbar tote Natur lebt und das Licht zurückkehrt in die Welt. Auch der Adventskranz, ein heidnisches Ur-Symbol für den Kreislauf der Natur, wurde vom christlichen Kulturgut übernommen und verbreitete sich seit dem 1.Weltkrieg als vorweihnachtlicher Brauch.

Wie feiert man Yule?
Das Yulefest feiert man so wie auch das Weihnachtsfest mit der Familie oder guten Freunden - aber eben im ursprünglichen Sinne als ein Fest des naturbezogenen Jahreskreises und seiner Gottheiten. Schmücken Sie Ihr Haus mit Immergrünen Zweigen, z.B. mit Tanne und Stechpalme und achten Sie darauf, dass die Beeren daran hängen bleiben. Auch der Yulescheit gehört zu dieser Zeit dazu, ebenso wie süße Honigkuchen, Nüsse, Dörrobst und Lebkuchen – und natürlich Kerzen. Kerzen symbolisieren die Kraft des Lebens, das auch durch die Sonne repräsentiert wird.

- Der Yulescheit:
Dieser wird vom Ast einer Eiche geschlagen und sollte mindestens 30 cm lang sein. Wenn Sie sich Ihr Stück Eichenholz selbst sammeln möchten, gehen Sie rechtzeitig in den Wald. Denn je dicker der Stamm ist, den Sie verwenden möchten, um so mehr Zeit benötigen Sie für seine Trocknung. Mitte November ist der beste Zeitpunkt, um auf die Suche zu gehen. Ansonsten gehen Sie in eine Holz- oder Gartenhandlung oder zur örtlichen Försterei. Dort werden Sie preiswert ein passendes Stück Holz erwerben können. Zusätzlich benötigen Sie einige Tannenzapfen in verschiedenen Größen und Immergrüne Zweige. Hierfür eignen sich Stechpalme, Tanne und Kiefer besonders gut. Mit einer Heißklebe-Pistole und einem langen, breiten Stück roten Schleifenbandes kann Ihre Arbeit beginnen!

Starten Sie mit Ihrer Dekoration vom Zentrum des Scheites aus. Arrangieren Sie die Zweige und die Zapfen so, wie es Ihnen gefällt. Dann befestigen Sie beides mit dem Heißkleber auf dem Eichenholz. Zum Abschluss binden Sie die rote Schleife um die Mitte des Yule-Scheites. Wenn Sie möchten, können Sie vor dem Arrangieren auch noch zwölf Löcher in das Holz bohren, so dass sie später kleine rote Kerzen hineinstecken können. Ansonsten platzieren Sie den Yulescheit in einem Kreis inmitten von zwölf roten Kerzen, denn Rot ist die Farbe des Lebens und hat deshalb gerade an Yule eine ganz besondere Bedeutung.



Vorschlag für eine Feier im großen Kreis
Arrangieren Sie alles so, wie es Ihnen gefällt. Wenn Sie möchten, legen Sie Geschenke bereit. Stellen Sie alles auf einem Tisch bereit, in dessen Nähe Sie sich während der Festlichkeiten aufhalten werden. Das Ritual beginnt mit einer kleinen Einstimmung, während der Sie erzählen, was dieses Fest bedeutet. Dann löschen Sie alle Lichter. Es sollte absolut dunkel sein. Lassen Sie die Dunkelheit auf sich und Ihre Gäste wirken, wenn Sie möchten, können Sie auch gemeinsam singen oder etwas summen.

Nun beginnen Sie, Ihren Gästen etwas zu erzählen – eine Geschichte z.B., die Ihnen sehr gefällt, ein Gedicht, ein Erlebnis, das Sie mit anderen teilen möchten. Wenn Sie fertig sind, zünden Sie eine Kerze an. Nun ist einer Ihrer Gäste an der Reihe – und jedes Mal, wenn etwas erzählt oder vorgetragen wurde, wird eine weitere Kerze angezündet, solange, bis alle Kerzen brennen. Dann ist der Zeitpunkt gekommen, um sich auf Wunsch gegenseitig zu beschenken.

Den Abschluss dieses Rituals sollte ein gemütliches Essen bilden, bei dessen Zubereitung Ihnen keine Grenzen gesetzt sind!

Vorschlag für eine einzelne Person
Stellen Sie den Yulescheit vor sich auf einen Tisch und einige rote Kerzen darum herum. Wenn Sie mögen, auch ein gutes Glas Wein und einige Kekse oder Nüsse. Sie benötigen noch einen Stift, vozugsweise einen roten, und einige kleine Zettel. Löschen Sie nun alle Lichter. Es sollte absolut dunkel sein. Lassen Sie sich jetzt vor dem Tisch nieder und die Dunkelheit auf sich wirken. Singen oder summen Sie etwas, wenn Ihnen das Spaß macht.

Wenn Sie sich entspannt und bereit für die kommende Zeremonie fühlen, entzünden Sie die Kerzen, die Sie aufgestellt haben – denken Sie daran, was das Feuer der Flammen symbolisiert: Leben, Kraft, Neuanfang und Veränderung. Nun nehmen Sie den Stift und notieren einen Wunsch oder ein Ziel, das Sie im kommenden Jahr erreichen möchten. Stecken Sie den Zettel zwischen die Zweige des Yule-Scheites. Wenn Sie damit fertig sind, trinken und essen Sie nach Herzenslust und genießen Sie einfach die Atmosphäre.

Den oder die Wunschzettel sollten Sie schnellstmöglich, heißt am Besten noch vor der Silvesternacht, in der Erde vergraben. So haben Sie die Wünsche nicht ständig vor Augen – und so kann die Magie Ihres Yulefest-Rituals zu wirken beginnen!
Ich wünsche Ihnen ein schönen Start in den Dezember und ein frohes und gesegnetes Yule-Fest!

Blessed be!
Ihr Saphiro de Mabon

Buchtipp:
Dorothy Morrison
Yul - Das Fest der Wärme und Liebe
ISBN: 3548742815
€ 8,95

Dieses Buch kann über Amazaon bestellt werden

18.9.06 12:43

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