Saphiro's Blog

My Pascale Artikel Dezember 2005

Die zwölf Raunächte
Die Raunächte sind nicht nur metereologisches, sondern auch mystisches Ereignis. Die Tradition der Perchten, des Wilden Jäger oder der "Hollen", kleinen Geistern, die unter Bäumen, Hecken und Büschen leben, so der Volksglaube, fliesst in ihre Mystik ein

Die zwölf Raunächte
Nach dem Fest der Wintersonnenwende, dem Yulefest, folgen die zwölf Rauhnächte, auch Rauchnächte, Zwölfte oder Glöckelnächte genannt. Diese Nächte beginnen am 25. Dezember und enden am 05. Januar. Die Raunächte sind keine Station auf dem Wicca-Jahresrad, aber da sehr viele Wiccas sich in diesen Nächten treffen, um zu feiern, halte ich es für angemessen, sie im Rahmen dieser Reihe vorzustellen. Jede der 12 Raunächte repräsentiert nach altem Volksglauben einen Monat des kommenden Jahres und wird einem Tierkreiszeichen und einem Planeten zugeordnet.


Das wütende Heer
In dieser Zeit zieht das Wütende Heer oder die Wilde Jagd über Himmel und Land. Im deutschen Volksglauben nannte man das "Wuotanes her", nach Wuotan „der Wütende”. Damit war ein Geisterheer´gemeint, das nachts mit Jagdrufen und Hundegebell durch die Luft braust, geführt vom Wilden Jäger Wuotan. Für diesen gibt es auch die Bezeichnungen Wotan, Wode, Heiljäger, Hackelbernt und noch viele andere. Meistens zeigt er sich bei dieser Gelegenheit zu Pferde in Hut und Mantel. Hüten müssen sich vor der Wilden Jagd nicht allein Menschen, auch die Moosweibchen der Waldleute fallen ihr zum Opfer. Nicht nur Wuotan, auch die in Nord- und Mitteldeutschland Holda oder in Süddeutschland Perchta genannte Göttin braust auf diese Weise als Anführerin des Geisterheeres durch die Zwölften, dier Zeit zwischen den Jahren.

Das Gefolge sollen die Seelen Verstorbener bilden (Totenheer), außerdem Schweine, Hasen und andere Tiere. Dem Heer von Geistern eilen schwarze Hunde bellend voraus. Am 06. Januar jedoch werden die Häuser gereinigt; alle Geister des vergangen Jahres sollen nun durch Räucherungen verjagt werden. Danach werden die Häuser durch magische Zeichen geschützt, die an der Eingangstür angebracht werden.

Brauchtum und Aberglaube
Während der Rauchnächte sollte man sich still und unauffällig verhalten und keine wesentliche Arbeit verrichten. Wer die "Zwölften" nicht hält, hieß es im allgemein, zieht sich Kröten, Frösche oder Läuse ins Haus und hat das ganze nächste Jahr über Unglück. Auf keinen Fall sollte man während dieser Tage Wäsche im Freien oder auf dem Dachboden aufhängen, da sonst Krankheiten in die Kleidungsstücke kommen, die sich dann auf den Menschen übertragen. Weiterhin verboten waren: Spinnen, Nähen, Klöppeln, Mangeln, Dreschen, Stiefel schmieren und Nägel einschlagen, sich die Füße zu waschen und die Haare zu schneiden.

Frühmorgens darf man nicht pfeifen, keine Nüsse, Äpfel oder sonst etwas vom Boden aufheben, nichts ausleihen und nicht den Kehricht zur Tür hinauskehren. Erbsen und überhaupt Hülsenfrüchte darf man auf keinen Fall essen, weil man sich sonst, wie es in Westfalen und Franken hieß, Geschwüre zuzieht oder krank wird.

Haus und Stall wurden vom Hausvater mit Weihwasser und Weihrauch gesegnet, Kerzen entzündet und Gebete gesprochen. Die Geister der Verstorbenen wurden (je nach Region) bewirtet oder mit Weih- und Wacholderrauch vertrieben. Besonders Frauen und Kinder sollten darauf achten, in diesen „gefährlichen“ Nächten noch vor Einbruch der Dunkelheit im Haus zu sein und dieses danach auch nicht mehr zu verlassen, bis die Sonne am nächsten Morgen wieder aufging.

Der Verzehr von Grünkohl soll sich dagegen in jeglicher Hinsicht positiv auswirken. Eine der wenigen Tätigkeiten, die für die Raunächte ausdrücklich empfohlen werden, ist das Besenbinden, denn mit "Zwölftbesen" kann man, wie es in Anhalt hieß, die Raupen aus dem Kohl treiben. Auch sollen solche Besen gegen Ungeziefer und Hexerei schützen und das Vieh gedeihen lassen. Speziell geeignet sind die Zwölften zum Durchführen aller möglichen Arten von Orakeln, darunter vor allem solche, die Auskünfte über das kommende Jahr vermitteln.

Weiter glaubte man, dass alles, was man in diesen Nächten träumte, sich im jeweiligen kommenden Monat erfüllen würde, d.h. hat man in der dritten Nacht beispielsweise einen Traum übers Heiraten, würde man im März Hochzeit feiern oder aber auf einer Hochzeit zu Gast sein!

Jede der Raunächte ist einem Monat, Sternzeichen und Planeten zugeordnet
25. Dezember Widder Mars
26. Dezember Stier Venus
27. Dezember Zwilling Merkur
28. Dezember Krebs Mond
29. Dezember Löwe Sonne
30. Dezember Jungfrau Merkur
31. Dezember Waage Venus
1. Januar Skorpion Pluto
2. Januar Schütze Jupiter
3. Januar Steinbock Saturn
4. Januar Wassermann Uranus
5. Januar Fische Neptun

20.10.06 16:19

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